Tanja Maljartschuk

Ort: Literaturhaus Salzburg

Lesung & Gespräch

Veranstalter: prolit

© Michael Schwarz

Gleich geht die Geschichte weiter, wir atmen nur aus

„Deine Heimat ist dort, wo deine Toten ,liegen. Ein schöner Satz, leider nicht von mir. Ich würde sagen: Deine Heimat ist dort, woher deine Traumata stammen."

Diese Essays sind ein Geschenk: In der Verbindung von Erinnerung und Analyse führt die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Tanja Maljartschuk in die Geschichte der Ukraine. In den Biografien ihrer Großeltern und ihrer Eltern bündelt sich, was die Hoffnungen wie die Traumata dieses Landes ausmacht. In Maljartschuks Essays geht es um einen Blick auf Gegenwart, der ihre historischen Voraussetzungen mitdenkt. Es geht um Fragen menschlicher Handlungsmöglichkeiten und um die Unmöglichkeit des Schreibens vor dem Hintergrund des Kriegs.

Die ältesten Texte des Bandes wurden 2014 geschrieben – in der Zeit der Maidan-Proteste, die für die Ukraine die Aussicht auf Aufbruch, aber auch die Annexion der Krim bedeuteten. Die neuesten Texte reagieren auf das, was aktuell in der Ukraine geschieht: der Kampf ums Überleben, um die eigene Würde, Geschichte und Integrität. Nach der Lektüre des Bandes wird vor allem eines deutlich: wie sehr Erzählen auch bedeutet, Zeugnis abzulegen und zu widersprechen.  

Tanja Maljartschuk wurde 1983 in Iwano-Frankiwsk in der Westukraine geboren, sie studierte Philologie an der Universität Iwano-Frankiwsk und arbeitete nach dem Studium als Journalistin in Kiew. 2009 erschien auf Deutsch ihr Debüt, der Erzählband "Neunprozentiger Haushaltsessig", danach erschienen drei Romane, die viel beachtet wurden. 2018 erhielt Tanja Maljartschuk den Ingeborg-Bachmann-Preis. Die Autorin schreibt regelmäßig Kolumnen für deutschsprachige Medien und lebt in Wien. Der Essayband "Gleich geht die Geschichte weiter, wir atmen nur aus" ist im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen.

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