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Leijla Kalamujić - online

Ort: Literaturhaus Salzburg

Lesung & Gespräch

Veranstalter: prolit, TRADUKI

Die Lesung von Rumena Bužarovska wurde auf 9.11. verschoben.

Eine online-Lesung von Leijla Kalamujić sehen Sie ab 11.5. unter untenstehendem link.

Rumena Bužarovska / Leijla Kalamujic - Mein Mann // Nennt mich Esteban

Sie sind mittelmäßige Dichter oder eitle Gynäkologen, die schlechte Bilder malen. Betrüger, Machos, Heuchler, lebendig, impotent oder tot. Ihre Frauen sind vor allem das: ihre Frauen. Gefangen in dysfunktionalen Beziehungen, die oft kein Fegefeuer sind, eher kleinliche laue Höllen. Hinter den Fassaden wird ein erbitterter Kampf um Wahrnehmung und Selbstverwirklichung geführt, ereignen sich bizarre Episoden. Die Ich-Erzählerinnen, die hier manchmal zugewandte, fast immer aber erbarmungslose Porträts ihrer Männer entwerfen, entblößen zugleich sich selbst, ihre Lebensentwürfe und Hoffnungen – also Niederlagen, Illusionen und Peinlichkeiten.

Rumena Bužarovska seziert in elf Erzählungen Varianten des Patriarchats, hyperrealistisch, körperlich und gnadenlos – oft aber auch gnadenlos witzig, von einer spöttischen Lakonie, die die Fassaden durchdringt und allerlei Zwischenmenschliches freilegt.

 

Lejla Kalamujić ist eine der wichtigsten Stimmen der jungen bosnischen Literatur. Ihr Erzählband „Nennt mich Esteban“ wagt sich an große Themen: Im Alter von zwei Jahren verliert die Erzählerin ihre noch junge Mutter Snežana. Der Vater ist überfordert von dem Verlust und beginnt zu trinken. So ist er physisch anwesend, aber nicht involviert in das Leben seiner Tochter. Sie wächst bei ihren beiden Großelternpaaren im Bosnien der 1980er-Jahre auf. Eine Konstellation, die durch den Krieg durchbrochen wird: Während die bosnisch-muslimischen Großeltern in Sarajevo bleiben, ziehen die serbischen auf das Land.

Fragmentarisch erzählt Lejla Kalamujić in den 22 kurzen Geschichten von Familie, Freundinnen, aber auch von Trauer, Verlustängsten oder fiktiven Unterhaltungen mit bereits verstorbenen Schriftstellerinnen und Schriftstellern wie Franz Kafka oder Elizabeth Bishop, deren Werke und Leben ihr etwas bedeuten.

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