Ort: Literaturhaus Salzburg
Impulsreferate und Diskussion
Veranstalter: prolit, Friedensbüro Salzburg, KBW Berchtesgaden
Kofinanziert von der Europäischen Union, Interreg Bayern-Österreich
Eintritt: frei
Friedenstüchtig / Grammatik des Krieges
In seinem neuen Buch „Friedenstüchtig. Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu erschaffen“ konstatiert Fabian Scheidler eine zunehmende Militarisierung der westlichen Welt. Grundlegende demokratische und soziale Errungenschaften drohen einer als alternativlos dargestellten Kriegslogik geopfert zu werden. Scheidler deutet den ausgerufenen Ausnahmezustand als Versuch, die sich zuspitzenden globalen Krisen autoritär zu beherrschen. Demgegenüber sieht er es als Notwendigkeit an, dass westliche Staaten sich von ihrer Politik der Dominanz verabschieden und eine Kultur der Kooperation entwickeln.
Als feministische Sozialwissenschafterin und Friedensforscherin fordert auch Claudia Brunner ein „Verlernen von Militarisierung“. Sie argumentiert für einen Antimilitarismus, der die Zusammenhänge von Militarismus mit den Dynamiken von Kapitalismus, Kolonialismus, Nationalismus und Patriarchat zum Ausgangspunkt der Kritik nimmt. Einen Antimilitarismus, der die „Grammatik des Krieges“ sichtbar werden lässt und die Frage, weshalb Akzeptanz für militärische Gewalt geschaffen wird trotz des Wissens darum, wie zerstörerisch Krieg ist für jegliches Leben, für unser soziales Gefüge, für Ökosysteme und Lebensgrundlagen.
Nach kurzen Impulsreferaten werden Claudia Brunner und Fabian Scheidler ins Gespräch miteinander und mit dem Publikum kommen.
Fabian Scheidler ist Autor, Dramaturg, Journalist (u.a. für „Le monde diplomatique“ und Mitbegründer von „Kontext TV“. Sein Buch "Ende der Megmaschine" ist in viele Sprachen übersetzt. „Friedenstüchtig“ ist im Promedia Verlag erschienen.
Claudia Brunner ist Professorin am Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung, Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, der Universität Klagenfurt.